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AuerBräu - Forschungsförderung Auerhuhn
Ende der 1980er Jahre hörten wir bei AuerBräu von einer jungen Doktorandin, die im Chiemgau Grundlagen zum Schutz des Auerhuhns erforschte. Der Kontakt mit Frau Dr. Ilse Storch kam bald zustande, und AuerBräu hat ihre Arbeiten immer wieder finanziell unterstützt. Sie sind zu einem Langzeitprojekt geworden, dem wichtige Einsichten zu den Ansprüchen von Auerhahn und Auerhenne an ihren Lebensraum zu verdanken sind. Entscheidend sind aber die Impulse, die Frau Dr. Ilse Storch dem Auerhuhn-Schutz verschaffen konnte. Erst durch ihre Arbeit ist bekannt, wie viel Raum Auerhühner tatsächlich benötigen. Damit eine Population überleben kann, muss der Kontakt zwischen den Vögeln von Berg zu Berg genauso erhalten werden wie die lichten Wälder, die das Auerhuhn bevorzugt. Mehr zum Auerhuhn entnehmen Sie bitte dem Bericht von Frau Professor Dr. Storch vom November 2006 und der Internetseite der Uni Freiburg.
Auf und Ab beim Auerhuhn
Geht es nun Auf oder Ab mit dem Auerhuhn im Chiemgau? Schwer zu sagen, denn die Bedingungen ändern sich ständig: neue Vorzeichen in der Forstwirtschaft, stetige Zunahme der Freizeitnutzung, Klimaveränderung. Dazu kommt das Wetter, das jedes Jahr etwas anders ausfällt. All diese Faktoren beeinflussen, ob eine Auerhuhn-Population zu- oder abnimmt. Dabei sind für Auerhuhn-Populationen gewisse Schwankungen von Jahr zu Jahr typisch. Ist es im Juni und Juli, wenn die Küken noch klein sind, nass und kalt, überleben nur wenige. Ist es dagegen wie im Jahrhundertsommer 2003 dauerwarm und regenarm, dann kommen viele Küken durch die kritischen ersten Wochen, so dass es im Herbst viele Jungvögel gibt und die Population insgesamt ansteigt. Solch gute Jahre sind wichtig: die Einbrüche regenreicher Jahre können ausgeglichen, schwache Bestände gestärkt und verlassene Gebiete wiederbesiedelt werden. Damit dies möglich ist, darf man jedoch nicht nur auf günstiges Wetter hoffen. Der Mensch muss dem „Urvogel“ schon entgegen kommen, durch Auerhuhn-gerechte Forstwirtschaft und durch störungsarme Freizeitaktivitäten. Nur wenn der Lebensraum halbwegs „stimmt“, kann sich das anspruchsvolle Auerhuhn dauerhaft halten.
Die typischen wetterbedingten Schwankungen von Jahr zu Jahr machen es den Wildbiologen nicht gerade leicht, langfristige Bestandtrends richtig einzuschätzen. So kann ein wetterbedingter Aufschwung in den Auerhuhnzahlen eine langfristige Abnahme aufgrund sich verschlechternder Lebensräume überlagern. Werden mehr (oder weniger) Auerhühner gezählt als in Vorjahren, so kann es sich um eine wetterbedingte kurzfristige Schwankung handeln, die innerhalb weniger Jahre wieder ausgeglichen ist. Es kann aber auch ein Hinweis auf eine langfristige Veränderung in den Lebensbedingungen sein. Daher muss man mit der Interpretation von Bestandsdaten von Auerhühnern und anderen Wildtieren immer sehr vorsichtig sein, vor allem wenn sie nur ein oder wenige Jahre umfassen. Daher sind Langzeituntersuchungen so wertvoll.
Eine solche Langzeituntersuchung zum Auerhuhn läuft in den Chiemgauer Alpen mit Hilfe von AuerBräu seit über 15 Jahren. Jeden Sommer untersucht die Wildbiologin Ilse Storch, die mittlerweile den Arbeitsbereich Wildtierökologie der Universität Freiburg leitet, zusammen mit einigen Studenten, wie sich der Auerhuhn-Bestand und ihr Lebensraum entwickelt. In einem 2000 Hektar großen Gebiet wird dazu die Häufigkeit von Auerhuhn-Nachweisen wie Mauserfedern, Kot und Sandbäder erfasst; zum anderen werden die Waldbestände kartiert und in ihrer Eignung für Auerhühner bewertet. So lässt sich die Entwicklung von Jahr zu Jahr verfolgen. Die Erfahrungen von Ilse Storch dienen nicht nur der Forschung, sondern werden direkt an die Förster weitergegeben, die sich bemühen, in der Waldbehandlung dem Auerhuhn entgegenzukommen. Es zeigt sich, dass Auerhuhn-freundlich gestaltete Waldbereiche rasch angenommen werden. Dass die Forstwirtschaft dem Auerhuhn und anderen Wildtieren langfristig Spielräume zugesteht, ist auf lange Sicht für deren Überleben entscheidend. Damit es dem Auerhuhn auch in Zukunft im Chiemgau gut geht, müsste sein Lebensraum Bergwald dauerhaft und großflächig so bleiben, wie er kaum mehr ist: licht, sonnendurchflutet, und am besten voller Heidelbeeren.
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Informationsbesuch des Sponsoringpartners des Auerhuhn-Monitorings in den Chiemgauer Alpen. Von links nach rechts: AuerBräu-Vorstandssprecher Wilhelm Hermann und Frau Prof. Dr. Ilse Storch von der Universität Freiburg (links stehend) mit ihren Studentinnen und Studenten der Arbeitsgruppe
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